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Festrede 50. Jahrestag TuS

Veröffentlicht 24.11.2011
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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Sportfreunde,

im Namen des Vorstandes begrüße ich Sie zu unserer heutigen Festveranstaltung recht herzlich. Mein besonderer Gruß gilt dem Mitglied des Deutschen Bundestages aus der Fraktion der Partei Die Linken, Herrn Frank Tempel, den   1. Beigeordneten des Kreistages Altenburger Land, Herrn Karsten Schalla, der Bürgermeisterin der Stadt Schmölln, Frau Kathrin Lorenz, dem Bürgermeister i.R. Herrn Herbert Köhler sowie dem Vertreter des Landessportbundes Thüringen, Herrn Rolf Beilschmidt und des Kreissportbundes Altenburger Land, Herrn Ulli Vogel. Ich freue mich, die Ehrenpräsidentin des Thüringer Leichathletikverbandes, Frau Gudrun Löffler und die Vertreter des Thüringer Reha- und Behindertensportverbandes und den Präsident des Thüringer Turnverbandes, Herrn Burkhardt Wartner zu begrüßen.

 

Als ich vor über 50 Jahren, im Februar 1959, dem damaligen Verein Wismut Schmölln als junger Leichtathlet beigetreten bin, konnte ich keineswegs ahnen, 5 Jahrzehnte später hier vor Ihnen zu stehen und eine Ansprache aus Anlass des 50. Gründungsjahres der BSG Lokomotive Schmölln, aus der auf Grund einer Namensänderung 1994 der TuS Schmölln wurde, zu halten. Waren es in den 1950-er Jahren einige wenige Mitarbeiter des Schmöllner Bahnhofes, die in ihrer Freizeit dem Kegelsport huldigten, wurde daraus am 15. Juni 1961 die BSG Lokomotive Schmölln gegründet, nachdem die BSG Wismut Schmölln aufgelöste werden musste. Es ist unserem damaligen Trainer, Sportfreund Herbert Ebert, zu danken, dass die Leichtathleten bei den Eisenbahnern sehr schnell eine  neue Heimstatt gefunden haben. Als erster Vorsitzender fungierte damals unser unvergessener Sportfreund Hans-Joachim Guntau. Sein Stellvertreter war derzeit Gerhard Krischke, der später über viele Jahre die finanziellen Geschicke des Vereins lenkte, während Sportfreund Edgar Hermann zu Beginn als Hauptkassierer fungierte. Neben den Kegelsportfreunden waren seinerzeit  rührige Sportfreunde der Abteilung Modellbau und Touristik in unserem Verein organisiert, die in den Sommermonaten ihre Zelte an der Ostsee aufschlugen und sich im Winterhalbjahr mit dem Modelleisenbahnbau beschäftigten.

 

Die jungen Leichtathleten  waren es, die den Verein in den 1960-er Jahren über die Kreisgrenzen des damaligen Kreises Schmölln bekannt machten. Sie trainierten unter weitaus schwierigeren Bedingungen als heute unter der Anleitung so verdienstvoller Übungsleiter wie Herbert Ebert, Ernst Stötzner, Kurt Thieme und Kurt Weise. Ihr größter Erfolg war 1966 der 4. Platz beim Mannschaftspokalwettkampf um den „Kleinen DVfL-Pokal“. Dieser Wettbewerb war im DVfL der DDR dem Betriebssportmannschaften zugebilligt.

 

Die Kegelsportfreunde spielten in der Zeit von 1964 bis 1973 mit der 1. Mannschaft in der  Kreisliga. Diese Sektion wurde in dieser Zeit durch den unvergessenen Sportfreund Werner Reichert geleitet. Der Kreismeistertitel bei den Damen von Christel Hupfer war ein herausragender Erfolg unserer Kegelsportfreunde. In den folgenden Jahren wurde die Sektion durch Horst Dietrichkeit und Günter Buschner sowie unseren langjährigen BSG-Leiter Roman Geisler geleitet. Viele 100 Aufbaustunden leisteten unsere Kegelsportfreunde, um ihre Spielstätte „Schwarzer Bär“, wo sich heute das beliebte Kaufland befindet, zu renovieren, bevor diese Sportstätte aufgegeben werden musste. Danach zogen de Kegelsportler in die Sportstätte „Glocke“ um.

 

Nachdem einige Männer der Sektion Leichtathletik ihre aktive Laufbahn beendet hatten, stellten sie sich als Übungsleiter und Trainer dem im Jahre 1966 unter Leitung von Sportfreund Herbert Ebert gegründeten Trainingszentrum Leichtathletik zur Verfügung. Die ersten Trainer dieser Talenteschmiede im ehemaligen DTSB der DDR waren die Sportfreunde Helmut Ebert, Lothar Meinhardt, Gilbrecht Stötzner und Wolfgang Götze, die mit den jungen Talenten ein regelmäßiges und leistungsorientiertes Training durchführten. Die jungen Leichtathleten waren es, die in den Folgejahren diese Sportart und damit den Verein BSG Lokomotive Schmölln wesentlich prägten. Beredtes Beispiel dafür sind die vielen Medaillen, die unsere Sportlerinnen und Sportler bei Bezirks- und DDR-Spartakiaden errungen haben.

So gewann z.B. bei der DDR-Spartakiade 1975  Andreas Weinert in Berlin die Bronzemedaille im 3000m-Lauf, dies war die erste Medaille für unseren Verein im DDR-Maßstab, die durch Sportfreund Karsten Kern im Jahre 1989 mit dem Spartakiadesieg über 100m-Hürden erweitert werden sollte. In den Jahren nach der Gründung des Trainingszentrums Leichtathletik wurden unter der Anleitung weiterer Übungsleiter wie z.B. Wilfried und Regina Dartsch, Arndt Elker, Bernd Ertel, Werner Zimmermann, Angelika Wenzel und Ingrid Orgas sowie Kathleen Söffing, Dieter Brieger und Hartmut Günther, Martina Pifke, Uta Beeskow, Matthias Schnelle, Gerlinde Kellermann und Thea Meier insgesamt über 50 Sportlerinnen und Sportler an eine Kinder- und Jugendsportschule des damaligen Bezirkes Leipzig und nach der Wende an ein Sportgymnasium im Land Thüringen delegiert.

 

Die größten Erfolge für unseren Verein erzielte der leider viel zu früh verstorbene Sportfreund Helmut Ebert in den 1960er Jahren mit der damaligen DDR-Nationalmannschaft, während in den 1980er Jahren Sportfreund Steffen Schwabe Mitglied in der DDR-Nationalmannschaft in der 4x100m-Staffel gewesen ist. Einen sehr schönen Erfolg erzielten im Jahre 2004 auch die Männer im damals in Thüringen noch durchgeführten Mannschaftsmehrkampf, den sie am 26.09.2004  für sich entschieden haben.

 

Waren es zu DDR-Zeiten die herausragenden Leichtathletiksportfeste des BSG Lokomotive Schmölln, an denen unter anderem weltbekannte und erfolgreiche Leichtathleten wie Renate Stecher, Christina Heinig, Dieter Fromm, Jürgen Haase, Frank Siebeck, Thomas Munkelt, Udo Beyer, Jörg Peter, Dietmar Schauerhammer sowie der immer wieder gern in Schmölln gesehene Rolf Beilschmidt teilgenommen haben, um nur einige zu nennen, so sind es nach der politischen Wende die bekannten landesoffenen Kinder- und Jugendsportfeste, die unseren Verein auszeichnen. Auch im Hinblick auf das Training und die Gestaltung von Trainingslagern haben sich in den vergangenen 20 Jahren wesentliche Veränderungen ergeben. Wurden bis zum Jahre 1990 die beliebten Trainingslager an der Ernst-Schneller- Oberschule in Nöbdenitz , in Rerik an der Ostsee und im Berliner Plänterwald von allen Athleten mit einer hohen Wertschätzung und Teilnahmefreude bedacht, zeigte sich nunmehr der Drang nach neuen Wegen. Jetzt hießen  die Ziele für die Trainingslager Senegalia in Italien, Freudenstadt im Schwarzwald  sowie über viele Jahre Lloret de Mar in Spanien, aber auch die gemeinsamen Wettkämpfe  mit unseren Sportfreunden der LG Enz, deren Vertreter Sportfreund Jürgen Voigt und seine Gattin ich an dieser Stelle recht herzlich begrüße, in Dittlingen und Pforzheim waren seitdem Höhepunkte in unserer Abteilung. Beredtes Beispiel dieser nunmehr über 20 Jahre andauernden Sportfreundschaft ist auch die Tatsache, dass unsere beiden Sportvereine gemeinsam mit dem Heimat- und Verschönerungsverein Schmölln drei Linden auf dem Pfefferberg pflanzten.

 

Aber nicht nur die Leichtathleten, sondern auch die Abteilung Wandern sowie die Frauensportgruppen, sollten das Gesicht unseres Vereins wesentlich mitgestalten.    So war es den Sportfreunden Harry und Johanna Köhring im Jahr 1982 zu verdanken, dass eine Abteilung Wandern in unserem Verein gegründet wurde, die sich ab dieser Zeit einer sehr großen Beliebtheit erfreute. Wanderungen innerhalb des Bezirkes Leipzig, später natürlich innerhalb Deutschlands, waren an der Tagesordnung und erfreuten sich damals wie heute einer großen Beliebtheit. Besonders gern erinnern sich unsere Wanderer an die beliebten Wanderlager in den schönsten Gegenden unserer Heimat. Die ehemaligen Kreiswegemeister Günter Lehmann und Gerhard Leutert sorgten über viele Jahre dafür, dass zig km Wanderwege in unserem Kreis markiert wurden. Nachdem die Sportfreundinnen Johanna Köhring, Silvia Fischer und Elke Leutert über Jahre die Abteilung Wandern leiteten, ist es heute der Sportfreundin Roswitha Leutert zu danken, dass nach wie vor Wanderveranstaltungen wie z.B. ein  zentraler Wandertag und die monatlichen Wanderungen rund um Schmölln auf immer neuen Routen stattfinden und damit das Erbe an den viel zu früh verstorbenen Sportfreund Harry Köhring wach gehalten wird.

 

Es ist das Verdienst unserer Sportfreundin Marta Riebel, dass sich aus einer Betriebssportgruppe Anfang der 1990er Jahre eine Abteilung entwickelte. Ihrem großen Engagement und ihrer Einsatzfreude ist es zu danken, dass sich die Sportgruppen „Flink und Fit“ und „Fröhlich und Flott“ zur mitgliederstärksten Abteilung entwickelten. Durch ständige Weiterbildungsmaßnahmen und den Erwerb des Prädikates „Sport und Gesundheit“ ist es Frau Riebel möglich, ihren Mitgliedern ständig neue und interessante Übungsstunden zu bieten. Durch viele Auftritte in unserem Kreis, aber auch in der Region sowie im Land Thüringen bis hin zur Teilnahme am Deutschen Turnfest in Frankfurt/Main haben diese Sportfreundinnen unseren Verein weit über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus bekannt gemacht. Aber auch die Gymnastikgruppen von Frau Angela Scheffski und Frau Angelika Wenzel gehören seit Jahren zu einem festen Bestandteil unseres Vereins.

 

Mit dem Bau der Ostthüringenhalle ergaben sich nicht nur für die bestehenden Abteilungen neue Möglichkeiten, sondern auch neue Sportarten konnten sich hier entwickeln. Da diese schöne Sporthalle behindertengerecht gebaut wurde, war es möglich, eine Abteilung Behinderten- und Rehasport zu gründen.  Hierbei war es das Verdienst von Sportfreundin Angelika Wenzel, die sich mit viel Liebe und Engagement dieser Aufgabe widmete und später den Sportfreund Paul Laue als Mitstreiter gewinnen konnte. Dank dieser engagierten Arbeit ist daraus das  Rollstuhlbasketball-Turnier, welches in diesem Jahr bereits seine 15. Auflage erlebte, ins Leben gerufen worden. Mannschaften aus mehreren Bundesländern sowie aus Österreich sind nunmehr gern gesehene Gäste in Schmölln und bieten alljährlich sehr guten Sport auf hohem Niveau, zu dem auch mittlerweile unsere Mannschaft ihren Anteil beiträgt.

 

Wie hoch der Stellenwert des Behinderten- und Rehasportes in unserem Verein ist, zeigt sich auch in der Tatsache, dass wir gemeinsam mit dem Thüringer Behinderten- und Rehasportverband Ausrichter der Sport- und Spielfeste im Behindertensport waren.

 

Nicht unerwähnt sein soll die sehr positive Entwicklung der verschiedenen allgemeinen Sportgruppen in unserem Verein, in denen Männer in verschiedenen Altersgruppen regelmäßig Fußball spielen. Als erfolgreichste Mannschaft hat sich dabei die Vertretung von Sportfreund Matthias Kirmse entwickelt. Viele Turniersiege und gute Platzierungen innerhalb des Landes Thüringen bestätigen dies in eindrucksvoller Weise.

 

Vor einigen Jahren meldeten sich in unserem Verein auch vier begeisterte Hornschlittenfahrer unter der Leitung von Sportfreund Andreas Hofmann an, die bei Wintersportfesten unseren Verein bis nach Garmisch-Partenkirchen bekannt machten.

 

Als jüngstes Kind in der Reihe der Sportgruppen im TuS Schmölln sei an dieser Stelle die Step-Aerobic-Gruppe unter der Leitung von Frau Silvia Götze, einer Namensvetterin von mir, zu erwähnen. Dieser engagierten Übungsleiterin ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, über 50 Mitglieder zu gewinnen, die wöchentlich zweimal trainieren. Über den Leistungsstand dieser Sportgruppen konnten sich Teilnehmer und Gäste an der Eröffnungsveranstaltung zum 15. Rollstuhlbasketball-Turnier überzeugen.

 

Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben  sollen unsere jüngsten Mitglieder, unsere jungen Vorschulturner, die einmal wöchentlich unter Leitung von Frau Wenzel und ihren Helferinnen in der Walter-Kluge-Turnhalle sehr viel Freude an Sport und Spiel haben. Genau wie die jungen Chearleader, die unter der Leitung von Frau Naumann viele Jahre bei uns im Verein organisiert gewesen sind.

 

Aber nicht nur auf dem rein sportlichen Gebiet war unser Verein in den vergangenen Jahren aktiv. So führten wir gemeinsam mit der Stadtverwaltung drei Mal die Silvesterveranstaltung in der Ostthüringenhalle mit einem großen materiellen und personellen Aufwand durch und halfen auch bei der Vorbereitung und Durchführung anderer Veranstaltungen in dieser Halle mit.

 

Leider gab es natürlich in einem so langen Zeitraum der Entwicklung auch negative Erlebnisse zu verkraften. So gelang es z.B. nicht, die einst erfolgreiche Abteilung Kegeln zu halten, weil es schlicht und ergreifend am entsprechenden Nachwuchs fehlte. Auch der in den 1980er Jahren  beliebte Walter-Kluge-Lauf mit Start und Ziel auf dem Pfefferberg konnte nicht mehr durchgeführt werden, da im Laufe der Jahre der Aufwand in keinem Verhältnis zur Teinehmerzahl gestanden hat. Allein der Umstand, dass die Sicherheitsvorkehrungen bei der Streckenführung immens hoch waren, überforderte damals die personellen Möglichkeiten.

 

Auch wenn nicht alle Wünsche und Vorstellungen in Erfüllung gingen, so kann ich doch mit Fug und Recht sagen, dass unser Verein in den vielen Jahren seines Daseins sich als ein Verein entwickelt hat, der vielen Bürgern vielfältige Möglichkeiten bietet, sich sportlich zu betätigen und dabei Freude und Entspannung zu finden.

 

So bleibt es mir vorbehalten, mich bei allen Sportlerinnen und Sportlern, bei allen Trainern und Übungsleitern und allen Abteilungs- und Vorstandsmitgliedern zu bedanken, die mit ihrer Einsatzbereitschaft dazu beigetragen haben, dass der Verein TuS Schmölln ein fester Bestandteil in der Familie der Sportvereine in der Stadt Schmölln war und ist.

 

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle aber auch der Stadt Schmölln, allen voran dem Bürgermeister i.R., Herrn Herbert Köhler, der Bürgermeisterin, Frau Kathrin Lorenz , die durch Weitblick und Entscheidungsfreude allen Schmöllner Vereinen Möglichkeiten geschaffen haben, in sehr guten renovierten Sporthallen und Sportplätzen ihrer sportlichen Tätigkeit nachzugehen.

 

Ich bedanke mich beim Landratsamt Altenburger Land, vor allem bei Herrn Landrat Rydzewski und der Sportbeauftragen, Frau Judith Härtel, beim Kreissportbund Altenburger Land, dem Staatlichen Schulamt Schmölln/Gera und nicht zuletzt bei den Sportfachverbänden des Landes Thüringen, die uns alle immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben.

 

Ein besonderes Dankeschön möchte ich vor allem unseren vielen  Sponsoren, Helfern und Freunden unseres Vereins für ihre Unterstützung in finanzieller und materieller Hinsicht aussprechen, jedoch auch die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die uns bei der Durchführung von Wettkämpfen unterstützen, möchte ich in dieses Dankeschön mit einbeziehen.

 

Mein Dank gilt aber auch den Sportfreunden Roman Geisler und Steffi Kersten, mit denen ich über viele Jahre eine sehr gute und fruchtbringende Zusammenarbeit zum Wohle unseres Vereins führen konnte.

 

Wenn ich noch einmal vor die Wahl gestellt werden würde, dann würde ich mich wieder für die Sportart Leichtathletik entscheiden, würde gern an verschiedenen Stellen der Vereins- und Verbandsarbeit aktiv teilnehmen, weil 50 Jahre Mitgliedschaft in einem Sportverein eine Erfahrung ist, die ich nicht missen möchte.

 

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Zuletzt geändert am: 21.12.2011 um 18:27:00

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